Die Entwicklung der Sportbewegung in Bad Köstritz 

Nach 1918 existierten in Bad Köstritz drei Sportvereine:   


Im Turnverein, einer bürgerlichen Sportvereinigung, wurde später auch verstärkt Handball gespielt. Motto des Turnvereins waren die vier "F":   
"Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei"  .


Der "Köstritzer Sportclub" war die Sportvereinigung der Gartenbauschler und des landwirtschaftlichen Institutes in Köstritz. 

Innerhalb der freien Turnerschaft bildete sich der Arbeitersportverein heraus. Unter anderem wurde im Arbeitersportverein Fußball, Radfahren, Leichtathletik, Faustball und Turnen betrieben. Besonders schnell entwickelte sich in den 20er Jahren der Fußball im Arbeitersportverein. Da es noch keinen richtigen Sportplatz gab und die Mannschaftsspiele Fußball, Handball und Faustball sich rasant entwickelten, wurden anfänglich die Spiele auf Wiesen hinter der Eisenbahnbrücke in Richtung Caaschwitz oder unerlaubt im Park ausgetragen. Die Gemeindevertretung von Bad Köstritz unter dem Vorsitzenden Walter Körbe konnte im Mai 1920 erwirken, daß von der Paragielsherrschaft im Park ein Spielplatz an der Baumgartenallee für 675,- Mark jährliche Pacht zur Verfügung gestellt wurde. Jeder der drei Sportvereine sollte hierfür 150,- Mark Pacht übernehmen, den Rest zahlte die Gemeindekasse. Seitdem hieß der erste sogenannte Fußballplatz "Baumgarten". Da er unmittelbar an den Ufern der weißen Elster lag, blieb es nicht aus, daß er öfters überschwemmt wurde. Jedesmal war der Verlust der Umkleide zu beklagen. Dem ging man kurzer Hand aus dem Weg und band sie an den Bäumen fest. Durch die rasante Entwicklung spielten die Handballer und Fußballer abwechselnd. Kurios war, daß am Anfang jede Mannschaft seine Tore mitbringen mußte, die dann später stationär angebracht wurden. Die Größe des Sportplatzes läßt sich nicht mehr genau feststellen. Er lag in einer großen Schleife der Weißen Elster, die ihn von drei Seiten umgrenzte, deshalb mußten öfters die Bälle herausgefischt werden. (Gott sei Dank der Drehling ist nur von zwei Seiten begrenzt???)  Letztendlich wurde der Baumgarten durch das Hochwasser vernichtet und 1935 erfolgte die Elsterregulierung. 
 

Der Fußball nach 1945 

Für die Köstritzer gibt es nach Beendigung des II. Weltkrieges eine "Wiedergeburt" des Fußballsports. Viele zeigten dabei große Initiative, um die großen Traditionen im Köstritzer Fußball wieder zu beleben. Hier ist es dem Chemiewerk Heinrichshall zu verdanken und vor allem Werner Stamm der mit unermüdlichem Fleiß und Elan dem Fußball wieder auf die Beine half. Vielleicht ist daraus auch sein zweiter Name entstanden, der da lautet: Hallo Zack-Zack. Von nun an versammelten sich die Fußballinteressenten von Bad Köstritz, wobei Zack-Zack kräftige Unterstützung fand, wie z.B. Willy Bergikt, Wilfried Bergikt,Lothar Weidlich und Walter Zipfel. Die Altenburg wurde wieder Vereinslokal, wo sich die Fam. Beyer um alles kümmerte, was mit dem Fußball zusammenhing. So war es zu dieser Zeit keine Modeerscheinung, dass jeder Trainer sein durfte und Sektionsleiter und Spielführer die Mannschaft für das Spiel aufstellten. Um den Fußballsport weiter
zu unterstützen, beschlossen die Stadtväter, das Sommerbad zu erweitern und einen Fußballplatz am Sommerbad zu bauen. Leider kam es nicht dazu, die Gründe warum nicht, sind heute nicht mehr nachvollziehbar. Da aber weiter großes Interesse bestand, entstand ein Provisorium Das Ostseestadion. Im Volksmund nannten es auch die Köstritzer die Huckelwiese. Um für einigermaßen gute Bedingungen zu sorgen, wurden drei Holzbalken als Tore gesetzt, die dazugehörenden Netze waren Luxus. Nach intensivem Training wurden die ersten Fußballspiele absolviert. So spielte man inoffiziell gegen die Soldaten der Roten Armee. Zum Bedauern verloren unsere Fußballer die meisten Vergleiche. 1946 ging es dann aufwärts. So wurde Köstritz um seine Spieler Wagner, Zipfel, Bergikt, Weidlich und Wirth eine der gefürchtetsten Mannschaft im Umkreis. Das bekamen solche Mannschaften wie Gera-Pforten (mit Wollenschläger,Kolde, Zergiebel), Gera-Untermhaus (mit Petzold,Assa,Funke,Otto) oder Weida (mit Buschner)
zu spüren. 1947 war die Sensation perfekt, als Bad Köstritz in Weida mit 2:0 gewann. Obwohl Weida fast die gesamte Spielzeit in der Hälfte der Köstritzer spielte, hielt W.Zipfel sein Tor sauber und die gesamte Mannschaft freute sich über die zwei gelungenen Konter, die zum Sieg führten. Kurios bei diesem Spiel war die Tatsache, dass der Schiedsrichter für damalige Verhältnisse sieben Minuten länger spielen ließ. Am Ende der Saison belegten die Köstritzer einen Mittelfeldplatz. 1948/1949 begann der Drehling Fußballgeschichte zu schreiben. 


Der Drehling in Bad Köstritz 

Die Weiße Elster zog früher mit einer scharfen Linksdrehung durch das Paradies bis an die Prelle, und dieses eingeschlossene Arial wurde Drehling genannt. Bevor sich der Drehling zum Fußballplatz entwickelte, wurden Reitturniere und ähnliches ausgetragen.1948/49 entstand in Eigeninitiative ein Fußballplatz. Stellvertretend für die vielen Helfer waren Ernst Fietkau, Willy Kliewe, Lothar Weidlich, Walter Zipfel, Manfred Wagner,
Robert Schiffer und die Gebrüder Willy und Wilfried Bergikt Aktivposten bei der Errichtung des Fußballplatzes. Nicht vergessen darf man Zack-Zack Zimmermann Werner Stamm, der sich intensiv um den Bau der Tore kümmerte. Großes Interesse hatten die Fußballer an der Holztribüne (ca. 400 Sitzplätze) von Zimmermeister Felix Weise, die zu Reitturnieren aufgebaut wurde. Kurzer Hand wurde diese für ca. 450,- Mark gekauft und auf
der Elsterseite aufgebaut. Per Urkunde vom 05. 09. 1948 wurde die Tribüne mit einem Vierer-Turnier eingeweiht. Der Standort der Tribüne wurde später wieder verändert, indem man sie auf der Mühlgrabenseite aufbaute. Grund für diese Maßnahme war die Sonne, welche ständig die Zuschauer blendete. Seit dieser Zeit sah die Tribüne keine Sonne mehr und zerfiel von Jahr zu Jahr! Ende der 40er Jahre entstand das Sportlerheim, das heute noch mit einigen kleinen Veränderungen das Domizil der Fußballer ist. Dieser Aufbau hatte natürlich auch seine Begleiterscheinungen. So wurde auf dem Gelände des Sanatoriums eine ehemalige Lazarettbaracke abgebaut und zum Drehling transportiert und gelagert. Die Zeit der Lagerung hat wahrscheinlich doch zu lange gedauerte, denn zur damaligen Zeit war Brennholz sehr knapp und ehe man sich versah, verschwanden bei Nacht und Nebel einige Teile. Hans Dampf in allen Gassen, W. Stamm, besorgte über das Chemiewerk die fehlenden Teile bzw. diese wurden nachgefertigt und es entstand
das Sportheim mit Vereinslokal und Umkleideräumen. Mops Kurt Weise, Erich Heuschkel, Fritz Kallus, Heinz Ritter und Kurt Wilde die im Vereinslokal als Gastwirte fungierten, könnten bestimmt heute noch einige Stories über diese Jahre erzählen. K. Wilde war gleichzeitig viele Jahre Trainer der Köstritzer Mannschaft. Wasserleitung, Strom, Dach wurden unter fachmännischer Anleitung mit viel Fleiß und Schweißtropfen installiert.
Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei stellte für die Umkleidekabinen die Bänke und Tische zur Verfügung, die heute noch zum Inventar gehören. 1951 wurde der Platz durch Hochwasser schwer beschädigt. Als Ausweichplatz wurde wieder ins Ostseestadion gezogen. Nach dem sich das Hochwasser zurückgezogen hatte, wurde in mühevoller Kleinarbeit mit der Renovierung des Platzes begonnen. So wurde der gesamte 16 m Raum abgestochen und neue Rasenstücke, die man vom Sommerbad holte, wurden wieder eingesetzt. Der Rest wurde planiert und neuer Rasen angesät. Große Unter-
stützung gewährte die Gartenbaufirma Hendsch. Fünf Jahre später kam der Anbau dazu, der massiv als Wohnung gebaut wurde. Dies war eine Initiative von Willy Kliewe im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW).Tanz, Hundetheater, Kinderveranstaltungen waren jahrelang eine Domäne des
Vereinslokales, dass 1990 mit der Einheit Deutschlands zu Ende ging. 
Man fragt sich heute noch "Warum" ? Das ist nun Wirklichkeit geworden! 

 


In der Zeit von 1949-1952 haben viele Köstritzer Spieler ihre Mannschaft verlassen, um bei Stahl Silbitz zu spielen. Grund dafür waren eine bessere, gutbezahlte Arbeitsstelle, Training während der Arbeitszeit und andere Vorteile, die der damalige Arbeitgeber SDAG (Betrieb unter sowjetischer Verwaltung) ermöglichen konnte. Es war fast eine komplette Mannschaft mit Kurt Hilbert, Manfred Wagner, Robert Schiffer, Wilfried Bergikt, Ernst Rothe, Werner Branis, Kurt Wilde, Heinz Wilde, Konrad Zwerschke und einige Spieler aus der II. Mannschaft. Durch diese Spielerabgänge, meistens waren es Spielerpersönlichkeiten, die das Niveau des Köstritzer Fußballs entscheidend mitbestimmten, geriet der Fußball in die vielleicht größte Krise seit der Wiedergeburt nach 1945. Von nun an waren die restlich verbliebenen Fußballer gefragt und sie schafften das Unmögliche, der Klassenerhalt wurde geschafft. Großen Anteil hatten dabei Walter Zipfel, Lothar Weidlich, Werner Perlich, Günter Gauch, Heinrich Franke, Gerhard Weiske, Ludwig Pieininger, Wilfied Peisker und andere. Dabei wurden interessante Ergebnisse erzielt Köstritz-Traktor Tanna 18:0! Bemerkenswert auch das Ergebnis in Jena, wo die Jenaer bereits mit 3:0 in Führung lagen und die Köstritzer noch durch Elfmeter (Torschütze W. Zipfel) 3:4 gewannen. Das Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt wurde gegen Langenberg ausgetragen. Diese Partie gewann Bad Köstritz mit 5:3, wobei das vierte Tor der Köstritzer von außen durch das geflickte Netz erzielt wurde (W. Zipfel) und den Schlusspunkt setzte Peisker mit dem fünften Tor. Freundschaftliche Beziehung zu dem Spitzenverein Motor Babelsberg bescherte Anfang der 50er Jahre den Köstritzern interessante Vergleice. Bei drei Vergleichen erzielte man folgende Ergebnisse: 
2:3 verloren  und  1:5 verloren .Der dritte Vergleich geht wohl in die Köstritzer Fußballgeschichte ein. Vor 4000 Zuschauern (kaum vorstellbar auf dem Drehling) erzielten die Köstritzer ein 3:3. Dabei hatte der Babelsberger Torwart Schröder seit 11 Spielen kein Tor kassiert und in Köstritz gleich drei Tore, das war eine Sensation. Leider sind die Torschützen aus Köstritzer Sicht nicht bekannt. Selbst der damalige DDR-Meister Turbine Erfurt stellte sich in unserer Region vor. So wurde von Stahl Silbitz ein Vergleich organisiert und eine gemischte Mannschaft Silbitz/Köstritz aufgestellt. Manfred Wagner, Lothar Weidlich und Wilfried Bergikt waren die Köstritzer Spieler, die auch nicht die hohe 8:0 Niederlage verhindern konnten, denn Spielerpersönlichkeiten wie Nordhaus, Herz, Hammer und Senftleben waren Tröger im Erfurter Spielkader. Einer vom Sportbund organisierter Vergleich in München ging mit einer blamablen 1:8 Niederlage verloren. Freundschafts spiele bzw. Trainingsspiele waren in den 50er Jahren gegen Gera-Zwötzen und gegen die Oberligamannschaft aus Gera ständig auf dem Plan, das resultierte aus guten
Verbindungen zu diesen Mannschaften. Erwähnenswert ist der Transport der Fußballer zu ihren Punktspielen. Bekannt ist, dass das erste Fahrzeug das Fuhrgeschäft Willy Bergikt stellte. Wenn auch der Fahrzeugtyp unbekannt war, konnte man den Ort der Abstammung feststellen, es war ein Fahrzeug der Katowitzer Polizei (Oberschlesien). Günter Gauch, der die Fußballer fast 15 Jahre durch die Lande fuhr, hatte viele Fahrzeugtypen zu bedienen, wie z.B. einen Ford BB-Holzgas, einen Opel 3,6 I, einen S 4000 oder einen W 50. So, wie G. Gauch jahrelang für die Fußballer aktiv war, hatten die Köstritzer auch damals einen aktiven Fan, der in die Historie der Fußballgeschichte passt.Es war "Banane" Herbert Krell, der trotz seiner Bein- und Armamputation bei Hitze und Kälte sich zum aktivsten Zuschauer entwickelte. Wie anfangs schon dargelegt, musste man seine Finanzen selbst schaffen, um Fahrten und Spielkleidung zu finanzieren. Die wohl bekannteste Finanzierungsquelle war das sogenannte "Fußballtänzchen". Ob auf dem Löwensaal in Köstritz oder im Pohlitzer Saal wurden Tanzveranstaltungen organisiert.
Den älteren Fußballern wird bestimmt noch die originelle Tanzveranstaltung "Mit Hilde Stein bei Kerzenschein" in den Ohren klingen. Ursache für diesen Spruch waren, dass zu dieser Zeit öfters Stromsperren den Saal erdunkeln ließen und alle dann ihre mitgebrachten Kerzen aufstellten, somit war die Veranstaltung gerettet. Großen Zuspruch hatte auch die Kapelle "Enrico Beer", die des öfteren die Tanzveranstaltungen zu einem Erlebnis werden ließen, indem mit dem Torwart nebst Ehefrau beginnend, bis zum Linksaußen das "Fußballtänzchen" eröffnet wurde. Himmelfahrtspartien mit Koffergrammophon, Trainingslager in der "Kanone" Tautenhain mit der damaligen Boxnationalstaffel der DDR waren eindrucksvolle Erlebnisse in den 50er Jahren. Das wohl bekannteste Trainingslager wurde in Schleifreisen/Bockmühle durchgeführt. Der erste Werkleiter Fritz Wiedener vom Chemiewerk "Heinrichshall" finanzierte dieses Trainingslager und Fritz Zergiebel aus Gera, der Trainer bei Hermsdorf war, wurde verpflichtet, die Köstritzer Fußaller unter seine Fittiche zu nehmen. Unter dem Namen Trainingslager Franz Wiedener mussten dann die Köstritzer Fußballer so manche Strapaze über sich ergehen lassen und das alles in ihrem Urlaub, der für diese Zeit notwendig war. Um auch einige Vorbereitungsspiele zu absolvieren, wurde die Sportanlage in Hermsdorf genutzt. Bekannt ist noch, dass gegen Oranienburg hoch
gewonnen wurde und Kurt Wilde den Ball mit einer Vehemenz in den Himmel schoss, dass er in einer Kiefer hängen blieb. Dieser Sieg und dieser Power waren Ausdruck des erfolgreichen Trainingslagers. Neue Dresse (rot/weiß) und grüne Trainingsanzüge waren Lohn der Strapazen, die doch am Ende nicht belohnt wurden denn die Köstritzer waren übertrainiert und verloren das erste Punktspiel. Jahre um Jahre vergingen, wobei besonders Ende der 50er Jahre bis Ende der 60er Jahre wenig an Information, Dokumenten oder Statistiken erhalten blieben. Interessant war ein A-Jugend Spiel am 31. 3. 1956 in Bad Köstritz gegen Union Bochum,
das am Ende die Bochumer mit 3:1 gewannen. Anfang der 60er Jahre veränderte sich das Gesicht der Köstritzer Fußballer.
Am 01.05.1962 gewannen die Köstritzer gegen Wismut Gera II mit 3:2. Ein Jahr später im Mai 1963 wurde gegen Motor Union Gera mit 2:1 gewonnen.  
 


In den folgenden Jahren belegte die Köstritzer Mannschaft in der Bezirksklasse immer vordere Plätze, wobei sich Jürgen Latzel als Torjäger entwickelte. Der große Durchbruch wurde im Spieljahr 1970/71 erreicht, als man mit zwei Punkten Vorsprung Staffelsieger wurde und in die Bezirksliga aufstieg. Gleichzeitig wurde Jürgen Latzel mit 29 Toren, Torschützenkönig in der Staffel A und Günter Kutzler belegte mit 18 Toren einen guten 6.Platz. In einem Interview im August 1971 sagte der damalige Trainer Wilfried Bergikt: Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Kräfte nutzen, um den Klassenerhalt zu sichern. Es bedeutet zweifellos für uns eine Verstärkung die von Langenberg gekommenen Gernot Fröde (Stürmer) und Alfred Werner (Abwehr). Es kam aber etwas anders, der Torwart Wolfgang Grau ging nach Münchenbernsdorf und spielte dort sieben Jahre in der Bezirksliga. Trainer Wilfried Bergikt wurde durch Günter Schimmel abgelöst. Gründe für diese Maßnahmen, da schweigen die Götter, man munkelte zwischenmenschliche Beziehungen waren die Ursache. So fing die Saison nicht gut für die Köstritzer an. Nach drei Niederlagen erreichte man gegen Ortsnachbarn Silbitz ein 4:4 unentschieden. Vor einer imposanten Zuschauerzahl (750) erzielte Latzel eine schnelle Führung, noch drei Tore von Fröde kamen dazu.Glücklich der Ausgleich in der 82. Minute durch die Silbitzer. Danach erzielte man noch vier Unentschieden und belegte zur Halbserie den letzten Tabellenplatz und musste jetzt schon um den Klassenerhalt bangen. So musste man bis zum 26. Spieltag warten, um den ersten Sieg zu erzielen und der fiel gegen Fortschritt Weida ziemlich deutlich mit 5: 1 aus. Drei Tore Latzel und je ein Tor von Fröde und Keil waren die Köstritzer Torschützen. Dies gab noch einmal Auftrieb und es kamen im Schlussspurt noch zwei Siege dazu (Saalfeld 1:0 und Jena 2:1). Am Ende belegten die Köstritzer den 16. Tabellenplatz und stiegen nach einem kurzen Gastspiel wieder in die Bezirksklasse ab. Mitte der 70er Jahre pendelte das Köstritzer Team zwischenoberen und mittleren Tabellenplätzen in der Bezirksklasse. Dabei wurde auch das Gesicht der Mannschaft verändert, wie z. B. 1975/76 folgende Spielerkader in der I. Mannschaft zum Einsatz kamen: 
Henning Franke, Hubert Braun, H.-Joachim Jensky, Alfred Werner, Reiner Wilde, Peter Weiland, Herbert Göll, Harald Kirchgeorg, Guntram Braun, Volkmar Theuser,
Peter Guhlan, Raimund Schmidt, Uli Wolf, Jürgen Paul, Heinz Keil, Hilmar Feetz, Albrecht Schober, Peter Lorenz, Peter Brandt, Wolfgang Müller und Hans-Jürgen Wolf. 
Am Ende der Saison belegte man einen 8. Tabellenplatz. Interessant war in dieser Saison die Buchführung zu den Punktspielen einschließlich ihren Bemerkungen: 
23. 8. 1975 - Braun II unter Alkoholeinwirkung  16.11. 1975- Jensky konnte nicht spielen, Ehefrau hatte den Spielplan verbrannt, mit 11 Mann zum Spiel gefahren 
55 min. Braun I verletzt ausgeschieden  8. 2. 1976 - Wolf I nicht zum Spiel erschienen, am Abend vorher betrunken gewesen, Göll kam verspätet, Weiland verletzt ausgeschieden, mit 10 Spielern weiter gespielt Fußballgeschichte schrieb Wolf, der sogenannte Fußballheld, heute zum schmunzeln, damals sehr traurig. Zweimal ein Jahr Sperre wegen der berühmten Disziplin und letztendlich passierte ihm in einem Spiel das Missgeschick, dass er ins Tor rannte und das Netz eingerissen hatte, doch nach kurzer Flickstunde konnte weitergespielt werden. 

 


Die Saison 1980/81 wurde eine mittlere Katastrophe, Bad Köstritz war mit 30:63 Toren und 15:37 Punkten Tabellendreizehnter geworden und das bedeutete den Abstieg in die Kreisliga. Unrühmlich belegte man mit fünf Herausstellungen und 23 gelben Karten mit Abstand den letzten Platz in der Fairplaywertung.  Der Abstieg weckte neue Kräfte und man raufte sich zusammen und schaffte nach einem Jahr Kreisliga, sofort wieder den Aufstieg. Von 1983 bis 1985 wurde kein geringerer als Manfred Kaiser (bester Nationalspieler der DDR in den 50-60er Jahren) als Trainer in Bad Köstritz verpflichtet. Dies wirkte sich auch auf die Leistung der Mannschaft aus und motivierte zusätzlich. Junge Spieler rückten nach und Manfred Kaiser formte eine homogene Mannschaft. Der Weggang von M. Kaiser nach Silbitz wurde in Köstritz schwer verkraftet. So wares Werner Kiefer, laut vieler Aussagen der beste Fußballspieler in Köstritz, der das Training der ersten Mannschaft übernahm. So sehr man sich mühte, ging es von Jahr zu Jahr immer mehr abwärts. Das lag aber nicht nur an der Führung, sondern an mangelnden Trainingsleistungen, Inkonsequenz der Spieler und Abgänge waren die Ursache. So wurde die Saison 1988/1989 die bitterste in der Geschichte des Köstritzer Fußballes. Von 30 Spielen wurden zwei gewonnen und sieben unentschieden erreicht. 11:49 Punkte und 36:86 Tore besiegelten den Abstieg in die Kreisliga. Werner Kiefer legte sein Amt als Trainer nieder und an seine Stelle rückte Uli Egerer. Man merkte schon von Anfang der Saison an, dass es sehr schwer werden wörde, gleich wieder aufzusteigen. Ursache dafür war die politische Wende in der DDR, die so manches Problem mit sich brachte. Familiäre Veränderungen, Arbeitsmarktsituation, finanzielle Sorgen und vieles andere ging durch die Köpfe in dieser Zeit. Trotz Idealismus und Willen wurden viele Probleme gelöst, aber leider auch auf Kosten des Fußballes. Alles wurde anders, Sponsoren mussten gesucht werden, der Pachtvertrag für den Fußballplatz wurde von seitens der Stadt, ohne Vorankündigung dem Verpächter gekündigt. Die namentliche Veränderung machte aus der BSG Chemie Bad Köstritz, den SV EIstertal Bad Köstritz e.V.So jagte ein Problem das andere und musste bewältigt werden. Dazu kam, dass kurz vor Ende der Saison U. Egerer mit seiner Trainertätigkeit aufhörte und sich Reiner Wilde ab 25.02.1990 der Mannschaft zur Verfügung stellte. 
 


So entwickelte sich in der Endphase der Spielserie 1990 ein Dreikampf zwischen Braunichswalde, Pölzig und Bad Köstritz, der am Ende auch in dieser Reihenfolge
endete. Was die Köstritzer in dieser Zeit auszeichnete, war die Tatsache, dass man zusammenhielt, keiner die Mannschaft verließ und gemeinsam versuchte, diese Talsohle zu bewältigen. So begann auch das zweite Jahr in der Kreisliga sehr verheißungsvoll. Mit 61:13 Toren und 33:7 Punkten wurde der Aufstieg knapp verfehlt und Platz zwei belegt. In der laufenden Saison kamen 19 Spieler zum Einsatz.Heiko Krombholz, Silvio Kunze, Sven Schön, Steffen Polowy, Frank Weinberger, Volkmar Veit, Andre Reinsch, Tino Klein, Andre Krell, Jens Planer, Steffen Wölk, Olaf Beier, Ingolf Riedel, Olaf Berthel, Jörg Höllerl, Ralf Ruske, Steffen Mukisch, Stefan Tille und Andreas Lippold waren die Leistungsträger in der Mannschaft. Lohn am Ende der Saison war der Pokalsieg gegen die SG Röpsen mit 4: 2 Toren.
Dieser Pokalsieg verlieh der Mannschaft in der Saison 1991/92 zusätzliche Kräfte und Motivation, um im dritten Anlauf den lang ersehnten Aufstieg zu schaffen. In der 1. Runde des Pokals musste der Bezirksvertreter TSV 1880 Gera-Zwötzen dran glauben, der mit 2:1 nach Hause geschickt wurde. Auch die dritte Runde bescherte den Köstritzern keinen geringeren Gegner, als den Kraftsdorfer SV 03. Am Ende verließen die Köstritzer Fußballer als 2:1 Sieger den Platz. Das war schon eine Sensation, das Vordringen einer Kreisligamannschaft ins Viertelfinale des OTFB-Pokales. Am 20.11.1991verloren die Köstritzer beim SV 1990 Kahla mit 5:1 Toren. Die mit ehemaligen Spielern verstärkten Kahlaer, bescheinigten den Köstritzern eine gute Partie und zeitweise einen ebenbürtigen Gegner. Mit dieser Leistung im Rücken zogen die Köstritzer Fußballer in der laufenden Punktspielsaison nahtlos ihre Kreise. Sieg auf Sieg folgte und am Ende wurde der SV Elstertal Bad Köstritz ungeschlagen mit 81:12 Toren und 38:2 Punkten Kreismeister der Saison 1991/1992. Dieser dreijährige Anlauf ist auch ein Verdienst von Trainer Reiner Wilde, der es unter vielen Schwierigkeiten verstand, eine kampfstarke und homogene Mannschaft zu formen. Ein weiteres Merkmal war die Tatsache, dass das gesamte Umfeld in der Führung und Leitung der Abteilung Fußball funktionierte, wobei stellvertretend Jürgen Wezel, Olaf Berthel, Ingo Schäfer, Reiner Wilde die Brüder U. und D. Rößner und Klaus-Peter Meyer ihren Anteil haben. Trotz eines schwachen Starts, etablierte sich das Köstritzer Team in seiner Staffel zu einer guten Mannschaft,
die am Ende der Saison mit 43:42 Toren und 27:25 Punkten den fünften Tabellenplatz belegte. In der Saison 1993/1994 musste so manche schwere Hürde genommen werden,um am Ende den 10. Tabellenplatz mit 40:40 Toren und 28:32 Punkten zu belegen. Objektive Gründe stellten die Mannschaft 1994 vor weitere Probleme. Verletzungssorgen von Leistungsträgern, Arbeitsplatzsituation ließen die Mannschaft in Höhen und Tiefen gleiten. Aber der Teamgeist und die Geschlossenheit waren am Ende der Sieger. Hervorragender Start in die Saison 1994/1995, wo man sich das Ziel gesetzt hat, mindestens unter die ersten acht Mannschaften zu kommen, um in die Bezirksliga aufzusteigen. Bis zum 14.01.1995 klappte es ausgezeichnet, als man sich immer im oberen Tabellenfeld aufhielt. Danach lief nichts mehr, man wurde regelrecht durchgereicht. 1999 erfolgte der Aufstieg in die Bezirksliga und nach zweijähriger Ligazugehörigkeit stieg man 2001 in die Landesklasse-Ost auf.